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Christina2

Wurzelbehandlung (Endodontie)

Eine Wurzelbehandlung ist erforderlich, wenn Bakterien bis zum Zahnmark in die Zahnwurzel vordringen. Mit Hilfe einer Wurzelbehandlung werden die Bakterien und abgestorbenes Gewebe entfernt und der Wurzelkanal neu gefüllt.

Ursache der Wurzelentzündung

Der Zahn besitzt ein komplexes Wurzelkanalsystem. Die Pulpa (Zahnmark) eines Zahnes besteht aus Weichgewebe, Blutgefäßen und Nerven und wird vom harten Dentin (Zahnbein) umhüllt. Wenn Bakterien in dieses System eindringen, durch beispielsweise eine tiefe Karies, können die Pathogene bis in die feinen Kanäle der Pulpa vordringen und eine Entzündung auslösen. Häufig macht sich der kranke Zahnnerv durch schmerzempfindliche Zähne bemerkbar, die auf Wärme- oder Kältereize reagieren.

Ziele der endodontischen Behandlung

Durch die Wurzelbehandlung wird das komplexe Wurzelkanalsystem des befallenen Zahnes gereinigt, desinfiziert und wieder so neu gefüllt, dass keine weiteren Bakterien in den angrenzenden Kieferknochen eindringen können. Ausschlaggebend für den langfristigen Behandlungserfolg ist vor allem, dass nach Möglichkeit das gesamte Wurzelkanalsystem behandelt wird, das heißt, dass nicht nur die Hauptkanäle der Wurzelbehandlung unterzogen werden, sondern auch die einzelnen Verästelungen.

Folgen einer unbehandelten Wurzelentzündung

Wird die Entzündung des Nervs nicht rechtzeitig behandelt, kann sie sich weiter über die Wurzelspitze bis in den Kieferknochen und das umgebende Gewebe ausdehnen. Dadurch entsteht die schmerzhafte, im Volksmund sogenannte "dicke Backe". Der Nerv kann auch schmerzlos absterben, dennoch besteht die Gefahr einer lokalen chronischen Entzündung, die den ganzen Körper belasten kann.

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Der betroffene Zahn wird zunächst mit einem Spanngummi von der restlichen Umgebung abgetrennt, sodass die Bakterien vom gesunden Milieu ferngehalten werden. Daraufhin wird der kranke Zahn bis zur Pulpa aufgebohrt, sodass die feinen Wurzelkanaleingänge freiliegen. Nun muss das gesamte Pulpagewebe bis in die kleinsten Verästelungen in einem komplexen Behandlungsschritt entfernt werden, damit sich die Entzündung nicht ausbreiten kann. Dazu werden sehr feine Instrumente eingesetzt, welche die Dicke eines Haares haben und sehr flexibel sind, damit sie den engen und gekrümmten Wurzelkanälen gut folgen können.

                     

Dann wird der Kanal mit einer antibakteriellen Lösung gereinigt, welche die Bakterien abtötet. Zuletzt erfolgt die Füllung, meist mit Guttapercha, was eine gummiartige Substanz aus Palmensaft ist und durch Erwärmen fließfähig gemacht wird, sodass sie in kleinste Wurzelverzweigungen gelangt. Andere Füllmaterialien können auch aus Silikon, Komposit oder Polyester sein. Bei der Füllung muss die richtige Abfüllmenge beachtet werden, denn "überstopfte" oder zu kurz abgefüllte Kanäle unterhalten oft eine bestehende Entzündung und müssen unter Umständen erneut behandelt werden. Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen wird kontrolliert, wie lang der Kanal ist und wie tief er gefüllt werden muss. Im Wesentlichen gibt es noch weitere Methoden der Wurzelkanalbehandlung, welche sich durch die Art der Wurzelkanalaufbereitung, das Füllmaterial und die Art, auf die das Füllmaterial in das Wurzelkanalsystem eingebracht wird, unterscheiden.

Dauer einer Wurzelbehandlung

Bis alle Wurzelkanäle sorgfältig präpariert sind und die Entzündung vollständig auskuriert ist, sind oft mehrere Sitzungen notwendig. Ist dies der Fall, kommt ein antibakterielles Medikament in den Zahn, welcher bis zur endgültigen Füllung provisorisch dicht verschlossen wird.

Der Wurzelentzündung vorbeugen

Die Prophylaxe besteht im Wesentlichen aus einer guten Mundhygiene. Flouridhaltige Zahnpasta, eine zahngesunde Ernährung und regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind gute Voraussetzungen, um eine Wurzelbehandlung zu umgehen.

Den eigenen Zahn erhalten

Die Wurzelbehandlung lohnt sich, denn der Erhalt des eigenen Zahns ist kautechnisch, psychologisch und ästhetisch wichtig. Implantate, Brücken oder Prothesen sind Alternativen zum eigenen Zahn, jedoch nicht mehr. Den eigenen Zahn zu erhalten, kann den kostspieligen Behandlungen für den Zahnersatz vorbeugen und sowohl das Gesamtbild des Gebisses als auch die Kaufunktion bleiben unverändert. Nicht zuletzt trägt der Erhalt des eigenen Zahns maßgeblich zum Wohlbefinden eines Jeden bei.